Die Herbstaussaat ist abgeschlossen

Die anhaltenden Niederschläge in der letzten September-Woche verzögerten unsere Herbstaussaat etwas. Die Bedingungen für die vorausgehende Bodenbearbeitung waren zu feucht. Erst Anfang Oktober trockneten die Flächen einigermaßen ab, sodass wir mit der Bodenbearbeitung beginnen konnten.

In der zweiten Oktober-Woche widmeten wir uns dann der Aussaat unseres Wintergetreides. Heuer nehmen wir erstmalig Roggen und Emmer in die Fruchtfolge mit auf. Die Aussaatbedingungen waren gut, weshalb wir fünf Tage später eine erste Beikrautkontrolle mit dem Striegel durchführen konnten. Die Einstellung des Striegels muss dabei exakt auf das Entwicklungsstadium der zu pflegenden Kultur abgestimmt sein. Wird etwas zu tief gestriegelt können die Keimlinge abbrechen, was hohe Kulturverluste nach sich zieht. Bei einer zu flachen und zu „sanften“ Bearbeitung ist nur eine zu geringe kontrollierende Wirkung auf Beikräuter gegeben. Bei dieser Striegelüberfahrt liegt die Arbeitsgeschwindigkeit bei rund 3,5 km/h bis 4,5 km/h.

Außer dem Wintergetreide werden bei uns im Herbst noch Zwischenfrüchte und Kleegras ausgesät. Letzteres dient der Akkumlierung des in der Atmosphäre enthaltenen Luftstickstoffs, der damit ohne den Zukauf von externen Düngemitteln den Folgekulturen zur Verfügung gestellt wird und wesentlich zu deren Wachstum beiträgt. Außerdem dient das Kleegras der Beikrautkontrolle und übernimmt eine viehlzahl phytosanitärer und bodenverbessenderer Aufgaben.

Die erwähnten Zwischenfrüchte dienen als Nahrungsquelle für das Bodenleben und als Rückzugsort für Niederwild. Gleichzeitig schützen sie unsere Böden vor Erosion und speichern gelöste Nährstoffe, damit diese nicht in tiefere Bodenschichten verlagert werden. Bei der Auswahl der Zwischenfruchtmischungen gilt es stets darauf zu achten, dass keine Krankheiten auf die nachfolgenden Kulturen übertragen werden. Mischungspartner wie beispielsweise die Phacelia oder das Ramtillkraut übertragen keine Krankheiten auf unsere „normalen“ Getreidearten, weshalb sie sich großer Beliebtheit erfreuen. Je nach Betriebsstruktur und Vorlieben des Betriebsleiter, kann eine Zwischenfrucht auch gerne bis zu 30 verschiedene Arten aufweisen. Die Intention dahinter ist die Etablierung einer Artenvielfalt… nicht nur über dem Boden. Eine Nutzung dieser Zwischenfrüchte erfolgt nur in den wenigsten Fällen.